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Nach Erreichen der Altersgrenze endet im Juli 2019 für das Pfarrehepaar Adolf und Dorothee ihre Zeit als Seelsorgende in Oetwil am See. Im Gottesdienst vom 7. Juli 2019 wurde das Paar feierlich verabschiedet. Erfreulich viele Oetwiler und Oetwilerinnen, darunter auch ehemalige, die dem scheidenden Pfarrehepaar einen würdigen Abschied bescherten, vermochten Pfarrer Adolf Lemke bei seiner Begrüssung ein herzhaftes «Wow» zu entlocken, bevor er Festgemeinde, Freunde, Bekannte, die Mitglieder der Kirchenpflege sowie die freiwillig tätigen und festangestellten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begrüsste. Auffallend auch die Zahl der Teilnehmenden von der röm.-kath. Kirchgemeinde, was einmal mehr das vorbildliche ökumenische Zusammenwirken auf Gemeindeebene unterstrich. Mehr noch, als Zeichen der Verbundenheit überreichte Ngawang Gangshontsang Adolf und Dorothee Lemke am Eingang zur Kirche einen tibetischen Glücksschal.


An der Orgel begleiteten an diesem besonderen Tag gleich alle drei in den Diensten der Kirchgemeinde stehenden Tonkünstler, Vreni Walder-Graf, Maria Bischof und Dirk Sauer, den Gottesdienst. Als erstes Zwischenspiel erklang ein vierhändig gespieltes Werk von W.A. Mozart, auf der Orgel gespielt von Vreni Walder-Graf und Maria Bischof. Beide ernteten schon früh einen lautstarken Applaus.


Nach Lesung des Predigttextes von Walter Bretscher vertonten Dirk Sauer
(Flügel/Keyboard) und Dave Feusi (Saxophon) die Worte «Vom donnernden Gewitter zum säuselnden Hauch». Mit ihrer experimentellen und mit viel Technik arrangierten Musik ernteten die beiden mächtigen Applaus.


Für ihren letzten Gottesdienst wählten Adolf und Dorothee Lemke als Predigttext Worte aus dem Buch 1. Könige, Kapitel 19, die Verse 8 – 16. Dazu haben sich die beiden etwas Besonderes einfallen lassen, eine Abschiedspredigt in zwei Teilen zum gleichen Thema. Gezeigt wurde zunächst der Filmausschnitt aus einer Fernsehpredigt aus dem Jahr 1995. Nebenbei bemerkt: die Bilder des jungen Pfarrehepaares entlockten vielen ein spontanes Lachen.


Die heutige Predigt, als zweiter Teil gestaltet, wurde im Wechsel von Adolf und Dorothee Lemke vorgetragen. Im Zentrum stand die Elia-Geschichte, die für uns auch eine Begegnung von zwei verschiedenen Gottesbildern ist.

Lesen Sie hier den vollständigen Text der Predigt.

Im Namen des Kirchenrates des Kantons Zürich würdigte Bernhard Egg, sichtlich in Feststimmung, auf lebhafte und humorvolle Art die Verdienste von Pfarrer Adolf Lemke und Pfarrerin Dorothee Lemke. Nach dem Grusswort von Esther Oberli, Präsidentin der Kirchenpflege, richtete Wolfgang Rehn, als dienstältestes Mitglied der Kirchenpflege, Worte des Dankes und der Anerkennung an das Paar. Er schloss mit den Worten: «Ihr habt die Herzen der Menschen in Oetwil gewonnen – mehr kann ein Pfarrer/eine Pfarrerin nicht erreichen. Dafür danken wir euch». Doch zuvor berichtete Wolfgang Rehn noch über den etwas verschlungenen Weg zu einem passenden Abschiedsgeschenk.

Ein Bild von Helen Dahm sollte es sein, eine tolle Idee, doch reichte das Geld? Findet sich ein verkaufswilliger Besitzer? Nach anfänglichem Zögern scheint die Nennung der Beschenkten den Weg zu einem Verkauf geebnet zu haben, und dies zu einem Preis, zu dem die Kirchenpflege ja sagen konnte. Adolf und Dorothee nahmen das Geschenk denn auch überglücklich entgegen. Auch von den Jüngsten kamen gute Wünsche zum Abschied, festgehalten auf einen grossen Bogen Papier. Ein Foto findet sich in der Bildergalerie am Schluss des Berichtes.

Am Schluss des Festgottesdienstes spielten Dirk Sauer und Dave Feusi noch den Klassiker von Stevie Wonder «Isn’t she lovely». Dave Feusi ist ein Schwergewicht der Schweizer Musikszene.

Nach dem GD waren die Teilnehmenden zu Speis und Trank im eigens errichteten Festzelt eingeladen. Neben Leckerem vom Grill und Getränken wartete auch ein Eiscrème-Stand auf die Gäste. Bei der sommerlichen Wärme erwies sich die Schleckerei als höchst willkommene Überraschung. Hier gebührt der besondere Dank der Kirchenpflege, die das Anschlussprogramm ausgerichtet hat, sowie ihren fleissigen Helferinnen und Helfern. Das fröhliche und gemütliche Zusammensein bis spät in den Nachmittag nutzten viele Besucher für die Kontaktpflege und intensive Gespräche.

Ein Abschied ist auch immer eine willkommene Gelegenheit, um Rückschau zu halten. Davon zeugt auch das von der Zürichsee-Zeitung geführte Interview mit Adolf und Dorothee Lemke.

Nach 36 jahren predigen haben wir gesagt was es zu sagen gibt

Hier etwas weniger prosaisch ein Blick auf die Stationen im Leben von Adolf und Dorothee Lemke. Am Anfang stand nach Jahren am Bodensee ihr Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Es folgte ihre Bewerbung für das nach der Pensionierung von Pfarrer Heini Baumberger freigewordene Amt in Oetwil am See. Eine Rolle gespielt haben dürfte auch der Titel in der Stellenausschreibung: «Auf zu neuen Ufern», obwohl unser Dorf im Gegensatz zu Romanshorn ja nicht am See liegt. Wie auch immer, aus den zahlreichen Bewerbungen stach ihre rasch hervor, ein Pfarrehepaar, das sich die Aufgaben teilen wollte. Ihre grosse Offenheit, wenn auch unterschiedlich geartet, bot einen vielversprechenden Ansatz. Beide konnten sich auf ihre Weise einbringen und möglicherweise einen erweiterten Kreis von Kirchgängern ansprechen. Vieles sprach für ihre Wahl und der Entscheid der damaligen Pfarrwahlkommission fiel rasch und einstimmig aus. Als Glücksfall erwies sich die Erfahrung, die Pfarrerin Dorothee Lemke in der psychiatrischen Klinik in Münsterlingen (TG) gewinnen konnte. Ab Mai 2006 ergänzte sie das Seelsorger Team der Clienia-Klinik Schlössli. Sonntägliche Schlössli-Gottesdienste und die Betreuung der Patienten gehörten fortan mit zu ihren Diensten in der Gemeinde. Auch hier zeigte sich eine Gemeinsamkeit. Pfarrer Adolf Lemke wirkte während 12 Jahren als geschätzter Seelsorger in der Schulthess-Klinik in Zürich.

Mit neuen Ideen zur Bereicherung des Lebens in der Kirchgemeinde setzten Adolf und Dorothee Lemke besondere Akzente. So trafen sich die Nachteulen immer am letzten Tag im Monat zu einer besinnlichen Feier. Einen guten Draht entwickelte Pfarrer Adolf Lemke jeweils auch zu den Konfirmanden. Als einer der Höhepunkte im Unterricht galten die von ihm organisierten Reisen nach Berlin, die man mit Blick auf das jeweilige Programm gut und gerne auch als Kulturreisen bezeichnen durfte. Besonders die Besuche im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen hinterliessen bei den Jugendlichen jeweils einen nachhaltigen Eindruck. Aber auch die Gemeindeglieder kamen in den Genuss des Reisens. Auf insgesamt 11 vom Pfarramt organisierten Fahrten konnten sie den Norden Deutschlands und einige der neuen Bundesländer kennenlernen. Ganz am Anfang stand hier der Wunsch einer Kirchgängerin, den früheren Heimatort von Pfarrer Adolf Lemke besuchen zu können. Was mit einer ersten Reise nach Schleswig-Holstein und einem Abstecher mach Fitzbek begann, entwickelte sich rasch zur Erfolgsgeschichte. Aus neuerer Zeit stammt der Einbezug des Seniorenzentrums OASE in das kirchliche Geschehen.
Jeden zweiten Dienstagmorgen trafen sich Bewohner und Gemeindeglieder auf der «Insel im Alltag» unter der Leitung von Pfarrerin Dorothee Lemke zu einem Austausch in Lebensfragen. Hier besteht die Hoffnung, dass diese Begegnungen auch künftig ihren Platz haben werden.

Auch die Alterskommission, heute als Seniorenverein geführt, durfte auf ihre geschätzte Unterstützung zählen. Hier standen jeweils die Begrüssung an den Seniorennachmittagen und die jährliche Adventsfeier im Mittelpunkt. Die Offenheit von Pfarrer Adolf Lemke und Pfarrerin Dorothee Lemke zeigte sich auch am alljährlichen Chilbi-Gottesdienst und einem bewundernswert engen Austausch mit der röm.-kath. Kirchgemeinde. Auffallend viele Anlässe und Feiern werden jeweils von Menschen beider Glaubensrichtungen besucht. Besonders zu erwähnen sind hier die Taizé-Gottesdienste, der jährliche Regionalgottesdienst auf Boldern sowie der Gottesdienst am Loogartenfest in Esslingen.

Nach eigenem Bekunden hat es dem scheidenden Pfarrehepaar Adolf und Dorothee Lemke viel Freude bereitet, zusammen mit Mitarbeitenden, Freiwilligen, Ansässigen und auch PatientInnen vom Schlössli Ideen zu entwickeln unter der Frage: was passt zu unserer Gemeinde, in unser Dorf? Welche Themen interessieren, welche Formen entsprechen uns? Das war eben der grosse Freiraum, den auch die Kirchenpflege voll unterstützt hat. Wenn wir überlegen, was für uns im Pfarramt Pflicht war und was Kür, dann hat die Kür klar überwogen.

Zu einer der letzten Amtshandlungen zählte wohl auch die Organisation der Vikariats-Dienste während den Sommermonaten Juli und August. Ab September wird eine neue Regelung gelten. Darüber informiert die Kirchenpflege zu gegebener Zeit.

Wir wünschen Pfarrer Adolf Lemke und Pfarrerin Dorothee Lemke zum Abschied viel Freude und ein erfülltes Seniorenleben an ihrem neuen Wohnort Romanshorn. Wie man hört, gehören Gesellschaftsspiele mit Freunden und Übertragungen von Fussballspielen der Bundesliga mit zu den beliebten Freizeitbeschäftigungen. Auch die Nähe zum See dürften Adolf und Dorothee Lemke viel Abwechslung und Entspannung bescheren. Möge ihnen im Ruhestand viel Freude, Wohlergehen und Segen zuteilwerden und ihnen Zeit für private Vorlieben schenken.
Für ihr prägendes Wirken in unserer Gemeinde gebührt ihnen der aufrichtige Dank der Kirchenpflege, der Mitarbeitenden und aller Gemeindeglieder.

Für den interessierten Leser hier noch ein kurzer Überblick auf die wichtigsten Stationen im Leben von Pfarrer Adolf und Pfarrerin Dorothee Lemke:

Pfarrerin Dorothee Lemke:

• Aufgewachsen in Schaffhausen

• Theologiestudium an den Universitäten Basel und Kiel

• Oktober 1982 bis August 1983 Vikariat bei Pfarrerin Vroni Thurneysen in Solothurn

• 25. September 1983 Ordination in der Steigkirche Schaffhausen

• Als Pfarrerin in Romanshorn vom 1.1. 1984 bis 31.8. 2000

• Seelsorgerin in der psychiatrischen Klinik Münsterlingen TG vom 1.9.2000 bis 31.7.2005

• Als Pfarrerin in Oetwil am See seit 1.8. 2005 bis Ende Juli 2019

• Als Seelsorgerin in der Klinik Schlössli vom 1. Mai 2006 bis 31. Dezember 2018

Pfarrer Adolf Lemke:

• Aufgewachsen in Fitzbek, Landkreis Steinburg
(Schleswig-Holstein)

• Theologiestudium an der Universität Kiel

• Oktober 1981 bis November 1983 Vikariat in
  Heikendorf

• 4. Dezember 1983 Ordination in Hamburg

• Als Pfarrer in Romanshorn vom 1.1.1984 bis 31.7.2005

• Als Pfarrer in Oetwil am See seit 1.8.2005 bis Ende Juli 2019

• Als Seelsorger in der Schulthess-Klinik vom 1.1.2007 bis 31. März 2019

• Mitglied der Kirchensynode (Parlament der Zürcher Landeskirche) 2011 bis 30. September 2019

Bilder:

Monica Pierangeli
Heinz Bolliger

 
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