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Nacht ohne Dach

Was für viele Menschen bittere Wirklichkeit ist, versuchte eine Gruppe Jugendlicher aus Oetwil am See am eigenen Leib zu erfahren; schlafen unter freiem Himmel, mehr als dürftig geschützt durch eine primitive Behausung aus Karton und Kunststofffolien. Es war bereits die zweite Aktion dieser Art, geleitet von Severin Frenzel, Jugendarbeiter der ref. Kirchgemeinde Oetwil am See, und den beiden Jugendarbeiterinnen Michèle Hunziker und Chantal Schüssler von der politischen Gemeinde. Gestartet wurde das von tearfund.ch gestützte Projekt mit einem Publikumswettbewerb und dem Verkauf selbst gebackener Gipfeli mit leckerer Füllung. Das Gebäck fand rasch Abnehmer und der Erlös half mit, das Projekt zu finanzieren. Einen finanziellen Zustupf gab’s auch von der Gemeinde und aus dem Wettbewerb. Hier ging es darum, den Passanten 5 Fragen über die Not in der dritten Welt stellen zu dürfen. Nach jeder falschen Antwort war ein Frankenstück fällig. Danach hiess es, mit dem Bau der Unterkunft zu beginnen. Zur Verfügung standen grosse Kartonverpackungen aus Warenlieferungen und Hilfsmittel, vom Messer über Schnüre bis zu unzähligen Rollen Klebeband. Interessant zu beobachten, wie sich die Jugendlichen begeistert an die Aufgabe machten und welche «Architektur» sie für ihr Nachtquartier wählten. Nun wurde fleissig mit Schere, Messer und Augenmass hantiert.
 
Unterbrochen wurden die Bauarbeiten mit einer Präsentation von Pamela Blöchliger, von tearfund.ch. Mit eindrucksvollen Bildern aus Peru berichtete sie über die Not der Menschen in ländlicher Umgebung, über fehlende Perspektiven und die Hoffnung, in der Stadt Arbeit und Brot zu finden. Hoffnungen, die sich für viele nicht erfüllen und sie in einem der Slums wiederfinden lassen. Einleitend gab es auch hier einen kleinen Wettbewerb zwischen zwei Gruppen. Ausgehend von einer angenommenen Welt mit nur 100 Bewohnern waren Fragen zu beantworten wie: Wie viele Menschen haben keinen Zugang zu benötigten Medikamenten, wie viele sind unterernährt, wie viele haben keine Grundschulbildung usw. Mit dem spannenden Quiz und beklemmenden Bildern wurden auf anschauliche Weise die sozialen Gegensätze in der dritten Welt aufgezeigt. Am Schluss gab es den Dank an die Jugendlichen für ihre Teilnahme am Projekt.

Schade nur, dass nicht auch das Wetter mitspielte. Drohende Wolken liessen an diesem Samstagabend nichts Gutes ahnen. Eine grosse Plane über den Hütten sollte Schutz bieten. Dem einsetzenden Gewitterregen mit starken Böen versuchten die Jugendlichen mit grossem Durchhaltewillen zu trotzen. Mit vereinten Kräften wurde versucht, den Regenschutz festzuhalten. Es half alles nichts, durchnässt mussten sie im Jugendhaus Schutz und warme Kleider suchen. Bei nachlassendem Regen wagten sich dennoch einige Unentwegte zurück in die intakt gebliebene Hütte und verbrachten die Nacht notdürftig geschützt. Dennoch, ihr Einsatz machte sich bezahlt. Konnten doch rund CHF 1'800.- zur Linderung der Not in Perus Landbevölkerung beigesteuert werden.

Das Projekt ‘Nacht ohne Dach’ wurde schon an anderen Orten durchgeführt. Es ist eine geniale Fundraising-Idee der Organisation Tearfund, von ihr konzipiert und unterstützt. So wird für Kinder und Jugendliche erlebnispädagogisch greifbar, was ein Leben in absoluter Armut bedeutet und welche Bedeutung Sponsorengelder im Kampf gegen die Not zukommt.

Die Erwartung der Leitenden war, den Jugendlichen Selbsterfahrung zu vermitteln, welche die Empathie gegenüber Menschen in Armut erhöht. Ferner sollte aufgezeigt werden, wie wir einen Beitrag im Kampf gegen die Armut leisten, wie wir die Öffentlichkeit sensibilisieren können und wie sich unser Anliegen sichtbar machen lässt.

Ein wichtiger Punkt der Jugendarbeit ist, partizipativ Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten. So wurden wir von zwei ausgebildeten Jungleitern (ein Bub, ein Maitli) unserer Kirchgemeinde tatkräftig unterstützt. Unterstrichen wurde der Stellenwert des Projektes durch den Besuch ehemaliger Mitglieder der Kirchenpflege, der Jugendarbeiterin aus einer benachbarten Kirchgemeinde, der Katechetin unserer Kirchgemeinde und den Gemeindeschreiber von Oetwil am See. Für ihr Interesse am Projekt sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.

Die Jugendlichen waren von Anfang an begeistert, da dieses Projekt auch für sie sehr spannend war. Auch der Aspekt der Gemeinschaft ist hoch zu werten, da sich ein solches Projekt nur gemeinsam zum Erfolg führen lässt. Das ist auch in diesem Jahr bestens gelungen!

Ein herzliches Dankeschön an Heinz Bolliger für die Begleitung des Anlasses am gesamten Samstag-Nachmittag, diesen eindrücklichen Bericht, die Fotos sowie den Artikel für die Zürichseezeitung!

Die Foto-Galerien geben ein paar Eindrücke wieder. Viel Spass beim Stöbern in den Bildern!
Samstag Nachmittag: (c) Heinz Bolliger
Samstag Abend: (c) Severin Frenzel
Nacht auf Sonntag: (c) Severin Frenzel

 
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