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Jahreslosung 2020

Alles ist möglich, dem der glaubt! Markus 9, 23

Die Jahreslosung für das Jahr 2020 stammt aus dem Markusevangelium (Mk 9,14-28). Hier wird von einem Vater berichtet, der in eine grosse Notlage geraten war. Er hatte einen stummen Sohn. Schon als kleiner Junge sprach dieser kein Wort. Ein wort- und sprachloses Kind schaute so Tag für Tag nicht nur den Vater an. Aber damit nicht genug. Der Sohn hatte bereits auf verschiedene Weise versucht, sich das Leben zu nehmen. Er wollte sich in offenes Feuer oder in einen Fluss werfen. Mit einer Mischung aus väterlicher Sorge, aber auch aus Ohnmacht und hoffnungsvollem Vertrauen ist dieser Vater zu Jesus gekommen, um seinen Sohn heilen zu lassen. Die Jünger Jesu können dem Sohn und auch dem Vater nicht helfen. Da wendet sich der Vater an Jesus mit den Worten: «Jedoch – wenn du etwas vermagst, so hilf und habe Mitleid mit uns!» Jesus antwortete ihm: «Was soll das heissen: Wenn du etwas vermagst? Alles ist möglich, dem der glaubt!» Sogleich schrie der Vater: Ich glaube! Hilf meinem Unglauben».

Menschen können in grosse Not geraten, wenn ihnen nahe stehende Personen schwer erkranken – so wie der Vater in Mk 9. Er musste den letzten Rest seines Vertrauens aufwenden, um seinen Sohn dorthin zu bringen, wo er Hilfe erwartete. Mit einer gewissen Hoffnung ergriff er den berühmten «Strohhalm» und ist so zu Jesus und seinen Jüngern gekommen. Gleichzeitig steckte in ihm die prägende Erfahrung: «Bislang hat niemand und nichts meinem Sohn helfen können». Und so mischte sich in die väterliche Hoffnung der Zweifel und die Angst vor einer Enttäuschung: «Vielleicht klappt dieser Versuch, das Leben meines Sohnes zu verändern, nicht! Vielleicht stürzt sich mein Sohn schon morgen wieder in das Feuer oder in einen Fluss?»

Das Gute in Mk 9 ist meines Erachtens: Jesus nimmt den Vater in seiner Mischung aus Hoffnung und Zweifel wahr. Er akzeptiert den Glauben und den Unglauben im Vater als Teil einer Realität, die zusammen mit dem stummen Sohn zu ihm gekommenen ist. Der Vater kann und muss sich nicht verstecken. Er darf sogar schreien! Und mit diesem notvoll-hoffnungsvollen Schrei des Vaters bekommt nicht nur sein Leben, sondern auch das seines Sohnes eine neue Wendung!

Wer Mk 9,14-28 so liest und versteht, mag ein wenig begreifen, dass in dieser Erzählung des Evangeliums ZWEI Menschen geheilt wurden: Einerseits ein stummer Sohn mit seiner lebensverneinenden Grundhaltung und andererseits ein fürsorglicher Vater, der aus seiner Ohnmacht herausgeführt wurde, weil er ehrlich herausschrie, was in ihm da war. Ist das nicht auch ein Wunder? Vielleicht ermutigt uns dieser Text, uns im Jahr 2020 selbst besser wahrzunehmen – und vielleicht einmal unsere Gefühle an einem passenden Ort «herauszuschreien»?

Ein gutes und gesegnetes neues Jahr
Pfr. Elmar Bortlik, Stellvertreter Oetwil am See

 
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Nächste Anlässe:
Schlössli-Gottesdienst mit Kommunion, mit Seelsorgerin Maria Kolek
Am 27.09.2020 um 10:30 Uhr
Klinik Schlössli/Clienia, Mehrzweckraum (C039),
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Andacht Loogarten mit Abendmahl, Pfarrer Stephan Krauer (nicht öffentlich)
Am 02.10.2020 um 10:00 Uhr
Esslingen,
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Sonntagsgottesdienst mit Pfarrer Stephan Krauer und Organistin Verena Walder-Graf
Am 04.10.2020 um 10:00 Uhr
KGH Mühlegg,
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